Die Brieftaube kam schnaufend im Dorf von Toralf und seinem Sohn Alwin an. Es war ein langer Flug und Merelin hatte ihr eingebläut, ohne Pause nach Ringelai zu fliegen. Es gab keine Zeit mehr zu verlieren, Alwin nach Blumenhain zu holen. Die Nachricht wurde von den Bewohnern nicht gleichermassen aufgenommen. Toralf war sehr froh darüber, denn es gab schon vereinzelte Mutmassungen darüber, weshalb den Alwin dem Dorfzauberer so ähnlich sah, alle anderen waren betrübt darüber, dass der junge Zauberer weg musste. Er war im ganzen Dorf sehr wohl angesehen, bei den älteren weil er ein so wohlerzogener und hilfsbereiter Junge war und bei den jüngeren, hauptsächlich bei den Mädchen, weil er ein so gutaussehender und charmanter Jüngling war. Mit seinen schwarzen, dichten Haaren und den stahlblauen Augen verzauberte er jedes Mädchen auch ohne Magie. Und wenn er lachte, gruben sich äusserst neckische Grübchen in seine Wangen die sogar die verheirateten Frauen von Ringelai zum Schmelzen brachte. Die anderen Jungen betrachteten ihn mit einer Mischung aus Neid und Hochachtung. Alwin hatte ein ausgesprochenes Geschick in allem. Er schlug sie alle in jeglichen Sportarten die sie spielten, er war äusserst intelligent und wusste auf fast alle Fragen eine Antwort ohne besserwisserisch zu erscheinen und verstand sich wie kein anderer mit dem Umgang mit Tieren. Alles in Allem war Alwin ein absoluter Prachtbursche. Und doch war es besser, wenn er ging, und seinem Vater die alleinige Macht als Dorfzauberer überliess. Eigentlich freute er sich sogar einbisschen, mal was anderes von der Welt zu sehen. Nur betrübte es ihn einbisschen, dass er seinen besten Freund Merle zurücklassen musste. Er war der einzige Junge in ganz Ringelai, der nicht eingeschüchtert war von seinen besonderen Fähigkeiten. „So, nun ist es also soweit und unsere Wege trennen sich!“ traurig legte Alwin seinem besten Freund die Hand auf die Schulter. Verstohlen wischte sich dieser eine Träne aus den Augen. „Ja, es ist Zeit Abschied zu nehmen. Ich will ja nicht weibisch klingen, doch du wirst mir wirklich sehr fehlen!“ ziemlich unmännlich fielen sie sich in die Arme und versuchten die Schluchzer zu unterdrücken. „Bis bald, ich bin sicher, wir sehen uns bald wieder. Ich werde dir schreiben wenn ich in Blumenhain angekommen bin. Bis dann mach’s gut und vertritt mich hier so gut du kannst!“ Mit diesen Worten stieg er auf sein Pferd und machte sich auf die lange Reise nach Blumenhain. Traurig ritt er an den Bewohnern von Ringelai vorbei und versuchte nicht in die tränenüberströmten Gesichter zu schauen um nicht selber auch anzufangen zu heulen. Mit guten Wünschen liessen die Ringelaier ihren Helden ungern gehen.
Nach einer knappen halben Stunde reiten, hörte er hinter sich eilende Pferdehufe und drehte sich erstaunt um. Hatte er denn etwas Wichtiges vergessen? In der Ferne konnte er ein Pferd in wildem Galopp auf sich zureiten sehen. Er griff unwillkürlich nach seinem Kurzschwert um sich wenn nötig verteidigen zu können. Doch je näher die Person kam, umso freudiger wurde der Ausdruck auf dem Gesicht von Alwin. Denn wer dort in hastiger Eile auf ihn zuritt, war niemand geringeres als sein bester Freund Merle. Keuchen kam er neben ihm zu stehen und stammelte: „Hallo… hör zu… ich habe mit… meinem Vater geredet und ihn… überzeugt, dass ich mit dir… mitkommen kann! Du… brauchst schliesslich... einen Verbündeten in deiner… neuen Heimat.“ Jubelnd liess Alwin sein Pferd steigen.
Glücklich machten sie sich nun also zu zweit auf die Reise nach Blumenhain um zusammen ein neues Leben zu beginnen. Ein Leben, welches ihnen viele Abenteuer bescheren sollte.
Donnerstag, 8. November 2007
Mittwoch, 7. November 2007
Kapitel 18
Unterdessen gewöhnte sich Leo immer wie besser an das neue Fortbewegungsmittel und konnte sich sogar, über jeden Kilometer die sie fliegend und nicht laufend zurücklegen konnten, freuen. Sie konnten auf ihrem Besen schon eine erhebliche Strecke Richtung Donnerberg zurücklegen. Doch sie hatten noch immer etliche Kilometer vor sich. Die Umgebung veränderte sich nun stetig. Sie hatten den Wald verlassen und waren nun schon seit einer Weile auf einer weiten Ebene unterwegs, die weder Anzeichen auf Bewohner noch auf wilde Tiere zeigte. Es kam ihnen so vor, als wären sie die einzigen Menschen auf der Erde. Deshalb trällerten die zwei fröhliche Lieder um die etwas drückende Stille zu durchbrechen. Doch was sie nicht wussten, mit der Ruhe sollte es bald ein Ende haben!
Dienstag, 6. November 2007
Kapitel 17
Während unsere zwei Heldinnen auf Reisen waren, lief das Leben in Blumenhain relativ normal weiter. Da erst Frühling war, konnten die Bewohner leider nicht sehr viele Nahrungsmittel ernten. Und alles was sie frisch säten, wollte einfach nicht richtig wachsen. Bald schon war die Stimmung im Dorf äusserst gedrückt. Keinem war sichtlich wohl dabei, dass ihrer aller Zukunft auf den Schultern der zwei jungen Damen ruhen sollte. Einerseits waren sie froh, dass nicht sie auf dieser gefährlichen Reise waren, andererseits konnten sie aber auch nicht dran glauben, dass eine eher mittelmäßige Hexe und eine im Asyl lebende Fee die Gefahren der Natur überleben würden. Alle waren sich einig, dass es ziemlich dumm von ihnen war, sie alleine auf den Weg zu schicken.
Bürgermeister Bohnenklee liess, als auch er immer mehr am Gelingen des Unterfangens zweifelte, nach Merelin rufen, um mit ihm einen Plan auszuhecken, wie sie Leo und Silina unterstützen könnten. „Also, was meinst du Merelin, wie können wir den beiden helfen? Kannst du nicht von hier aus irgendwelche Zaubereien zaubern um sie heil ans Ziel zu führen?“
„Nein, Alois, ich denke nicht, dass ich aus der Ferne was tun kann. Und ausserdem weiss ich ja nicht, wo genau sie denn schon stecken. Ich müsste wenn schon hinter den zweien her und sie suchen gehen. Doch meine Beine sind alt und ich wollte mich eigentlich schon bald zur Ruhe setzen.“ Seufzend suchte er auf dem harten Stuhl eine bequemere Position damit ihm der Rücken nicht allzu sehr schmerzte.
„Ach, ist ja jammerschade! Also müssen wir auch noch einen neuen Dorfzauberer suchen!“ verzweifelt schlug der Bürgermeister seine Hände über dem Kopf zusammen. Es ging aber auch grad alles schief!
„Mach dir keine Sorgen, Alois, weißt du, ich habe mich schon nach einem Nachfolger für mich umgeschaut. Und ich habe auch einen gefunden!“
„Ist nicht wahr! Wer ist es denn? Kenne ich ihn schon, woher kommt er denn?“
„Nun ja, ein mir bekannter Zauberer hatte mal so eine Art Liaison mit einer Hexe und wie es der Zufall wollte, ist daraus ein Kind entsprungen. Doch das darf eigentlich niemand wissen! Die Menschen finden es nicht so gut wenn Zauberer, na du weißt schon was machen… und da der Sohn, er ist 21 Jahre alt, dem Zauberer wie aus dem Gesicht geschnitten ist, möchte er, dass Alwin so weit weg wie möglich von seinem Dorf lebt. Deshalb könnte er, wenn du einverstanden bist, noch morgen seinen Sohn zu uns schicken. Dieser könnte dann etwa in zwei Tagesreisen hier ankommen.“ Merelin beobachtete gespannt wie Alois Bohnenklee die Neuigkeit aufnahm. Und dieser war natürlich überaus glücklich mit dieser positiven Wendung der Ereignisse.
„Wäre es denn wohl auch möglich, dass er sich nach Ankunft direkt auf den Weg machen würde, Leo und Silina zu suchen?“
„Ich denke, das würde der Junge schon machen, er ist nämlich äusserst Pflichtbewusst und ausserdem ein ausgezeichneter Zauberer! Ich werde gleich eine Brieftaube mit einer Nachricht auf den Weg schicken.“ Rasch stand Merelin auf und ging in seine Hütte um den Brief zu verfassen.
„Hervorragend, hervorragend!“ Bürgermeister Bohnenklee klatschte erfreut in die Hände und lehnte sich erleichtert in seinem Sessel zurück.
Bürgermeister Bohnenklee liess, als auch er immer mehr am Gelingen des Unterfangens zweifelte, nach Merelin rufen, um mit ihm einen Plan auszuhecken, wie sie Leo und Silina unterstützen könnten. „Also, was meinst du Merelin, wie können wir den beiden helfen? Kannst du nicht von hier aus irgendwelche Zaubereien zaubern um sie heil ans Ziel zu führen?“
„Nein, Alois, ich denke nicht, dass ich aus der Ferne was tun kann. Und ausserdem weiss ich ja nicht, wo genau sie denn schon stecken. Ich müsste wenn schon hinter den zweien her und sie suchen gehen. Doch meine Beine sind alt und ich wollte mich eigentlich schon bald zur Ruhe setzen.“ Seufzend suchte er auf dem harten Stuhl eine bequemere Position damit ihm der Rücken nicht allzu sehr schmerzte.
„Ach, ist ja jammerschade! Also müssen wir auch noch einen neuen Dorfzauberer suchen!“ verzweifelt schlug der Bürgermeister seine Hände über dem Kopf zusammen. Es ging aber auch grad alles schief!
„Mach dir keine Sorgen, Alois, weißt du, ich habe mich schon nach einem Nachfolger für mich umgeschaut. Und ich habe auch einen gefunden!“
„Ist nicht wahr! Wer ist es denn? Kenne ich ihn schon, woher kommt er denn?“
„Nun ja, ein mir bekannter Zauberer hatte mal so eine Art Liaison mit einer Hexe und wie es der Zufall wollte, ist daraus ein Kind entsprungen. Doch das darf eigentlich niemand wissen! Die Menschen finden es nicht so gut wenn Zauberer, na du weißt schon was machen… und da der Sohn, er ist 21 Jahre alt, dem Zauberer wie aus dem Gesicht geschnitten ist, möchte er, dass Alwin so weit weg wie möglich von seinem Dorf lebt. Deshalb könnte er, wenn du einverstanden bist, noch morgen seinen Sohn zu uns schicken. Dieser könnte dann etwa in zwei Tagesreisen hier ankommen.“ Merelin beobachtete gespannt wie Alois Bohnenklee die Neuigkeit aufnahm. Und dieser war natürlich überaus glücklich mit dieser positiven Wendung der Ereignisse.
„Wäre es denn wohl auch möglich, dass er sich nach Ankunft direkt auf den Weg machen würde, Leo und Silina zu suchen?“
„Ich denke, das würde der Junge schon machen, er ist nämlich äusserst Pflichtbewusst und ausserdem ein ausgezeichneter Zauberer! Ich werde gleich eine Brieftaube mit einer Nachricht auf den Weg schicken.“ Rasch stand Merelin auf und ging in seine Hütte um den Brief zu verfassen.
„Hervorragend, hervorragend!“ Bürgermeister Bohnenklee klatschte erfreut in die Hände und lehnte sich erleichtert in seinem Sessel zurück.
Sonntag, 4. November 2007
Kapitel 16
Die Hütte war klein, zugig und roch merkwürdig. Doch der Boden war mit weichem Stroh ausgelegt, was den beiden einen tiefen und erholsamen Schlaf bescherte. So fühlten sie sich am nächsten Morgen ausgesprochen erholt und motiviert den neuen Tag in Angriff zu nehmen. Leo’s Laune verdunkelte sich jedoch, als sie den Besen erblickte, der in einer Ecke der Hütte stand und auf seine zwei Passagiere wartete. Sie konnte sich noch schwach erinnern, dass sie in der Nacht einen eigentümlichen Traum hatte, indem es wohl um Besen, Beulen und Brüche ging. Sie schauderte als sie Silina dabei beobachtete wie sie vor dem zauberhaften Fluggerät in die Hocke ging, es liebevoll streichelte und mit sanfter Stimme zum Besen sprach.
Nachdem sie ein kleines Frühstück eingenommen hatten, ging die Reise auch schon los. Äusserst widerwillig setzte sich Leo hinter Silina auf den Besenstiel und betete leise zu allen Göttern die ihr bekannt waren. Leider waren es nicht allzu viele. „Na, bist du bereit?“ fragte Silina heiter. „Nein!“ antwortete Leo düster. „Gut, super, also fliegen wir los, halt dich fest.“ Das Nein musste in Silinas Ohren wohl wie ein Jawohl geklungen haben und den Hinweis zum Festhalten hätte sie sich auch sparen können. Das tat Leo schon seit dem Moment als sie sich auf dem Stiel niedergelassen hatte. Und dann plötzlich ging es ab zu den Wolken. Es kam Leo so vor, als ob ihre Organe in ihre Füsse wandern wollten und das karge Frühstück wieder an die frische Höhenluft. Der Panik nah, kniff sie die Augen zu und klammerte sich noch fester an Silina. „He, nicht so fest, das schmerzt! Soll ich langsamer fliegen oder etwas tiefer?“ „Lang…. tie…. nicht hoch… argh….“. Um Leo etwas zu beruhigen, steuerte Silina wieder Richtung Boden und flog in Schritttempo zwei Fuß hoch über dem Boden. Langsam öffnete Leo die Augen und wurde gleich etwas ruhiger. „Ja, so ist es viel besser! Könntest du bitte einfach so weiterfliegen?“ „Aber da können wir ja auch gleich laufen…“ „Ok!“ „Nein, hör mal, wenn wir den ganzen Weg zu Fuß gehen müssen, kommen wir nie zum Donnerberg. Und du weißt, wir müssen bis zum nächsten Vollmond dort sein! Also lass mich bitte schneller fliegen!“ „Ach, meinetwegen, doch flieg bitte nicht so hoch, da wird mir wirklich gleich übel!“ So setzten sie ihre Reise fliegend, zwei Fuß über dem Boden und in einem angemessenen Tempo fort.
Nachdem sie ein kleines Frühstück eingenommen hatten, ging die Reise auch schon los. Äusserst widerwillig setzte sich Leo hinter Silina auf den Besenstiel und betete leise zu allen Göttern die ihr bekannt waren. Leider waren es nicht allzu viele. „Na, bist du bereit?“ fragte Silina heiter. „Nein!“ antwortete Leo düster. „Gut, super, also fliegen wir los, halt dich fest.“ Das Nein musste in Silinas Ohren wohl wie ein Jawohl geklungen haben und den Hinweis zum Festhalten hätte sie sich auch sparen können. Das tat Leo schon seit dem Moment als sie sich auf dem Stiel niedergelassen hatte. Und dann plötzlich ging es ab zu den Wolken. Es kam Leo so vor, als ob ihre Organe in ihre Füsse wandern wollten und das karge Frühstück wieder an die frische Höhenluft. Der Panik nah, kniff sie die Augen zu und klammerte sich noch fester an Silina. „He, nicht so fest, das schmerzt! Soll ich langsamer fliegen oder etwas tiefer?“ „Lang…. tie…. nicht hoch… argh….“. Um Leo etwas zu beruhigen, steuerte Silina wieder Richtung Boden und flog in Schritttempo zwei Fuß hoch über dem Boden. Langsam öffnete Leo die Augen und wurde gleich etwas ruhiger. „Ja, so ist es viel besser! Könntest du bitte einfach so weiterfliegen?“ „Aber da können wir ja auch gleich laufen…“ „Ok!“ „Nein, hör mal, wenn wir den ganzen Weg zu Fuß gehen müssen, kommen wir nie zum Donnerberg. Und du weißt, wir müssen bis zum nächsten Vollmond dort sein! Also lass mich bitte schneller fliegen!“ „Ach, meinetwegen, doch flieg bitte nicht so hoch, da wird mir wirklich gleich übel!“ So setzten sie ihre Reise fliegend, zwei Fuß über dem Boden und in einem angemessenen Tempo fort.
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