Sonntag, 26. August 2007

Kapitel 13

Die ersten Kilometer legten Leo und Silina meist schweigend zurück. Sie waren beide noch etwas in dem Zauber der erholsamen Nacht gefangen. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und gegen Mittag war es so warm, dass sie sich dem Grossteil ihrer Kleidung entledigten, ohne aber bei prüden Waldbewohnern auf Missfallen zu stossen. Als die Sonne am höchsten stand, machten sie es sich im Schatten eines grossen und stummen Baumes gemütlich und verzehrten ein leichtes Mittagessen. Ihre Bäuche waren noch vom königlichen Frühstück gefüllt.
„Du, Silina, glaubst du, dass wir noch rechtzeitig beim Donnerberg ankommen damit ich den Regentanz vollziehen kann?“
„Also, mit dem jetzigen Tempo wird es wohl ziemlich eng werden, wir müssen unbedingt eine schnellere Art zu reisen finden! Kannst du nicht irgendeinen Zauber anwenden damit wir schneller und bequemer reisen können. Du bist schliesslich die Hexe hier!“
„Nun ja, um ganz ehrlich zu sein, bin ich in der Hexenkunde noch nicht so weit, ich hab es in der Schule in letzter Zeit etwas schleifen lassen. Und ausserdem glaube ich nicht, das wir Hexen so was überhaupt können. Zaubertricks sind eigentlich den Zauberern vorbehalten.“ Leo besuchte eigentlich zur Zeit die siebte Klasse der Hexenschule. Dort wurde hauptsächlich gelehrt, wie man Tinkturen und Heilmittel gegen Krankheiten herstellte und wie man sich als Hexe die Anerkennung der Mitmenschen durch richtige Haltung und einbisschen Einschüchterung erwarb. Doch da Leo wie gesagt etwas faul war, konnte sie bloss einige, nicht besonders wirkungsvolle Mittelchen gegen leichtes Unwohlsein brauen. Aber sie verfügte über ein erhebliches Geschickt, die Menschen stets im Glauben zu lassen, sie wäre eine richtige Vorzeigehexe. Leider nützte ihr das in ihrer momentanen Situation sehr wenig. Sie wollte Silina aber nicht wissen lassen, wie es um ihre Hexenkunst wirklich stand, deshalb fügte sie noch hinzu: „Nun ja, ich könnte ja versuchen, einen fliegenden Besen herzustellen.“
Es braucht wohl unerwähnt zu bleiben, dass diese Mitteilung der Geschichte eine spannende Wendung verleihen könnte.

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